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Dzitnup ist ein Designprojekt zur Förderung der kreativen, wirtschaftlichen und sozialen Unabhängigkeit von mexikanischer Handarbeiterinnen

Dzitnup
Der Name Dzitnup stammt vom gleichnamigen Dorf in der Nähe der Stadt Valladolid im mexikanischen Bundesstaat Yucatan. In Dzitnup leben etwa 800 Einwohner vorwiegend indigener Maya-Abstammung. Die Siedlung Dzitnup ist zudem bekannt durch zwei natürliche Wasserlöcher, sogenannte Cenotes, welche die touristische Hauptattraktion des Ortes ausmachen.

Die traditionelle Bekleidung der indigenen Frauen in Yucatan
Seit der Zeit vor der 'Conquista' bis Heute ist der Huipil das meistgetragene Kleidungsstück unter den mexikanischen Frauen indianischer Abstammung.

Neben den im täglichen Leben getragenen Huipile gibt es verschiedene spezielle Arten. Der 'Terno' zum Beispiel wird nur an der Hochzeit getragen; danach wird er vorsichtig verstaut und kommt erst wieder als Totenhemd für die verstorbene Mayafrau zur Verwendung. Dem Huipil kommt somit als Tracht für die indigene Frau eine äusserst wichtige Bedeutung zu. Die feinen Stickereien zeigen dabei die handwerkliche Geschicklichkeit und Kreativität der Frauen, ebenso wie der feste Wunsch und der Stolz, ihre eigene Kultur und Identität zu erhalten.

Die meisten der Maya-Handarbeiterinnen lernen das Sticken von früher Jugend an, wo es ihnen von ihrer Mutter, Tante oder Grossmutter beigebracht wird - das Handwerk wird zu einem kulturellen Erbe, welches von Generation zu Generation weitergegeben wird. Leider tragen immer mehr jüngere Frauen in Dzitnup keine Huipiles mehr. Viele von ih­nen haben aufgehört zu sticken und ziehen es vor, in den nahegelegenen Textilfabriken zur Arbeit zu gehen. Dort nähen sie Jeans oder Unterwäsche zusammen, wofür sie einen durchschnittlichen Monatslohn von umgerechnet sechzig Euros verdienen. Natürlich ist es für die Textilfabrikanten vorteilhaft, wenn sie die geschickten Handarbeiterinnen, welche bisher Huipile genäht und gestickt haben, für diesen Job anstellen können.

Auch wenn die Fabrikarbeit ein regelmässiges Einkommen garantiert, ist sie für die Handarbeiterinnen ein sozialer Rückschritt. Viel lieber würden sie mit ihrer ursprüng­lichen traditionellen Beschäftigung ihren Lebensunterhalt verdienen; eine Tätigkeit, der sie einen Grossteil ihres bisherigen Lebens gewidmet haben.

Auskommen aus der handwerklicher Produktion als Alternative!
Können wir uns ein anderes Konsumverhalten gegenüber unorthodoxem Design und nicht-in­dustrieller Produktion vorstellen?

Das Ziel des Designs, welches im Rahmen von Workshops zusammen mit den Handarbeiterinnen entwickelt wird, ist einerseits die Bewahrung traditioneller Produktionsformen und andererseits die Übertragung zweier Grundforderungen an die Objekte: Die Verbesserung der Lebensqualität von Konsumenten und Produzenten sowie die Übermittlung der Botschaft der Entscheidung einer Kultur, sich durch den Erhalt von traditionellem Handwerk einen Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Frauen von Dzitnup sticken nun wieder. Sie interpretieren westliche Mode und produzieren neue Objekte in kleiner Stückzahl. Jedes Dzitnup-Kleidungsstück ist als Folge dieser alternativen Produktionsweise einzigartig.

Mit dem Verkauf ihrer Produkte können die Mayafrauen unabhängig bleiben und tragen gleichzeitig zur Weiterentwicklung ihres Handwerks und ihrer Kultur bei.

 
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